Kulturhistorisches Museum Görlitz

Barockhaus Neißstraße 30Das Haus Neißstraße 30 ist seit 1951 Teil des heutigen Kulturhistorischen Museums. Kunst und Kultur des 16. bis frühen 19. Jahrhunderts werden hier präsentiert. Thematisch spannt sich der Bogen vom barocken Kaufmannshaushalt zum Sitz einer Wissenschaftsgesellschaft der Aufklärungszeit.
In den mit prächtigen Stuckdecken geschmückten ehemaligen Wohn- und Empfangsräumen sind Möbel, Gemälde, Skulpturen, Keramik und Glas des 17. und 18. Jahrhunderts ausgestellt. Sie führen die hohe Kultur in den Adelsherrschaften und in dem vor allem im Textilhandel erfolgreichen Bürgertum der Oberlausitz zur Zeit des Barock vor Augen. Eine Kunstkammer mit einem exquisiten italienischen Renaissancebild – eine „Sacra Conversazione“ des oberitalienischen Meisters Marco di Palmezzano – und weiteren Kunstwerken des 16. Jahrhunderts sowie Kabinette mit erlesenem Kunsthandwerk verweisen auf die damals auch im Bürgertum erwachte Sammelleidenschaft. Schmuckstücke, Waffen, Porzellan und Kuriositäten gehören ebenso dazu wie ein reich intarsierter Breslauer Schrank mit raffinierten Details oder eine kleine Kollektion barocker Scherzgläser.

InnenansichtIm ausgehenden 18. Jahrhundert begründete die 1779–1945 bestehende Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften universal ausgerichtete Spezialsammlungen, die seit 1807 im Haus Neißstraße vereint sind. Neben der historischen Bibliothek stellen das Physikalische Kabinett und die Mineraliensammlung, beide aus dem Besitz des Adolf Traugott von Gersdorf, die wertvollsten Sonderkollektionen dar. Im Physikalischen Kabinett sind mit mehreren Elektrisiermaschinen für unterschiedliche Anwendungen der Elektrizität einzigartige Zeugnisse der Wissenschaftsgeschichte erhalten.
Ein besonderer Schwerpunkt neben den aus Holland und England importierten Gerätschaften bildet darin der Bestand an „elektrischen Gemälden“ oder Lichtenbergischen Figuren. In der Mineraliensammlung stellen der „Görlitzer Montblanc“ und andere Alpenmodelle des späten 18. Jahrhunderts die Höhepunkte dar.

InnenansichtEine bedeutende Sammlung ist zudem das Graphische Kabinett, das rund 60.000 Blätter Zeichnungen und Druckgrafik von Dürer bis zur Gegenwart umfasst. Darin nimmt das Kupferstich-Werk des großen Görlitzer Künstlers Johannes Wüsten (1806–1943) einen besonderen Platz ein. In mehreren stimmungsvollen Räumen sowie in Wechselausstellungen werden diese Schätze gezeigt. Ein eigener Ausstellungsbereich gilt zudem dem Leben und Schaffen des Philosophen und Theosophen Jacob Böhme (1575–1624). Das Augenmerk wird dabei auf das gesellschaftliche Umfeld Böhmes in Görlitz, der Oberlausitz und den angrenzenden Gebieten zwischen Reformation und Barockzeit gelegt.

Ausstellungsstücke
Ausstellungsstücke – Fotos und Text: Kulturhistorisches Museum
  • Wir stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Kulturhistorisches Museum Görlitz
  • 02826 Görlitz
  • Neißstraße 30
  • Telefon: 03581 / 671410
  • Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10–17 Uhr, Freitag bis 20 Uhr
  • Internet: Webseite besuchen

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