Görlitz, Peterstraße 4
Das Görlitzer Gebäude Peterstrasse 4 ist in mehrerlei Hinsicht interessant. Zum Einen trägt das Gebäude eine Fassade mit den typischen Merkmalen des Görlitzer Barock – mittiger flacher Risalit mit über der Traufe stehendem Giebel (vgl. Museum Neißstrasse 30).
Die jetzt erlebbare Fassung geht auf den Zustand der Fassade im Jahr 1720 zurück, wurde 1880 umgestaltet und 1958 bei Restaurierungsarbeiten wiederhergestellt. Bemerkenswert sind das Portal mit dem verkröpften Sprenggiebel und der mittigen Kartusche.
Zum Anderen findet man im westlichen Teil des Hauses eine vierflüglige Hofanlage mit, von massiven Sandsteinbrüstungen begrenzten, Umgängen, welche einige Parallelen, z.B. die wuchtigen barocken Konsolen, zu der Gestaltung der Haushalle im Biblischen Haus aufweist.
Der dritte interessante Fakt ist einer der ehemaligen Bewohner. In diesem Haus wohnte von 1570-1614 Bartolomaeus Scultetus, einer der berühmtesten Görlitzer Humanisten. Von hier aus führte er einen intensiven Briefwechsel mit dem Prager Hofastronomen Tycho Brahe, den er in seiner Leipziger Studienzeit kennen lernte und mit dem ihn ein freundschaftliches Verhältnis verband.

- Hof und Portal Peterstraße 4
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