Der Görlitzer Flüsterbogen am Untermarkt 22
Das wohl am meisten besuchte gotische Portal der Stadt Görlitz ist der so genannte „Flüsterbogen“ am Haus Untermarkt 22.
Dieser Torbogen wurde um 1500 errichtet und trägt eine Reihe von spätgotischen Merkmalen, auch wenn man ihn nicht unbedingt als typisches gotisches Portal bezeichnen kann. Dazu gehören die kielbogenförmige Archivolte, die darum angeordneten Krabben, die mittige Kreuzblume und die beiden seitlichen Maskenkonsolen.
Seine auf Besucher der Stadt so anziehende Wirkung aber hängt mit dem akustischen Phänomen zusammen, welches man hier beobachten, oder besser gesagt hören kann. In der im Bogen umlaufenden Vertiefung überträgt sich Schall von der einen zur anderen Seite. Was also auf der linken Seite hinein geflüstert wird, ist auf der rechten Seite zu hören (oder umgekehrt!).
Seit der Enstehungszeit des Portales wurde das Haus häufig umgebaut und verändert. Die deutlichsten Spuren hat der Barock, also das 18. Jahrhundert hinterlassen. Trotzdem haben sich an der hofseitigen Fassade gotische Fenstergewände erhalten.

- Halle Untermarkt 22
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