Dreifaltigkeitskirche (ehemals Franziskanerkloster) in Görlitz
Die älteste erhaltene bauliche Anlage am Görlitzer Obermarkt ist die heutige Dreifaltigkeitskirche.
1234 begannen Mönche des Franziskanerordens mit dem Bau einer einfachen Saalkirche mit spätromanischem Chor und einem Langhaus mit einer Holzbalkendecke. Der Bau wurde 1245 fertig gestellt. Um 1250, im Zusammenhang mit der Erweiterung der Stadt in Richtung Westen, wurde das Kloster, ursprünglich unmittelbar außerhalb der Stadtmauern errichtet, Bestandteil des Stadtgrundrisses.
In der Zeit von 1371-1380 wurde der romanische Chor abgebrochen und durch den erhaltenen größeren spätgotischen Chor ersetzt. In Verbindung mit diesen Baumaßnahmen wurde auch mit dem Bau des Turmes begonnen (quadratischer Grundriss). Erst in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts überwölbte man das Langhaus und errichtet die Barbarakapelle. 1508 wurde der Westgiebel der Kirche erhöht und damit die heutige Dachform der Kirche festgelegt. Mit dem Einzug der Reformation in Görlitz (1525) begann die Zahl der Mönche zu sinken. Mit der Maßgabe, das Klostergebäude zukünftig als Schule zu nutzen, wurde die Anlage 1563 von dem letzten Mönch der Stadt übergeben.
1607 wurde der Kirchturm erhöht und erhielt damit seine heutige Gestalt.
Bemerkenswert ist das originale spätgotische Inventar der Kirche. Dazu gehören das Chorgestühl mit der Franziskanerchronik (1484) und die drei in der Barbarakapelle befindlichen Arbeiten „Christus in der Rast “(um 1500), der Schnitzaltar „Goldene Maria“ (inschriftlich 1488) und die Grablegungsgruppe (1492). Letztere ist eine Arbeit Hans Olmützers, welche er im Auftrag Georg Emmerichs, dem Stifter des Heiligen Grabes, ausführte.
Die Deckenmalereien der Katharinenkapelle (Kreuzgang) stammen ebenfalls aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kanzel an der Nordwand des Hauptschiffes wurde 1670 dort aufgestellt. Der Chorraum wird seit 1713 von einem barocken Altar geprägt. Dieser Hochaltar ist das erste Görlitzer Werk von Caspar Gottlob von Rodewitz, einem Schüler des Dresdner Künstlers Balthasar Permoser.

- Mönchsgestühl – Chor und Langhaus – Flügelaltar „Goldene Maria“
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